Integrationshilfe Gilching


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Integrationshife Gilching - Jahresbericht

Unser Schuljahr

Jahresrückblick 2017/2018


Im vergangenen Schuljahr betreuten wir 43 Schulkinder mit 12 unterschiedlichen Nationalitäten. Die meisten unserer Kinder stammen aus dem Kosovo, im Rahmen des Familiennachzugs kommen viele Mütter mit ihren Kindern erst jetzt nach Deutschland, die Väter leben und arbeiten meist schon viele Jahre hier. Unsere türkischen Kinder bilden die zweitgrößte Gruppe. Der Zuzug aus osteuropäischen EU-Ländern wie Rumänien, Kroatien oder Polen ist ungebrochen und die Kinder kommen in der Regel ohne jegliche Deutschkenntnisse zu uns. Erstmalig unterstützten wir im vergangenen Schuljahr auch Kinder ehemaliger Asylbewerber, die mittlerweile ihre Anerkennung bekommen haben.


Haben wir in der Vergangenheit SchülerInnen aller Schulformen betreut, so haben wir in diesem Schuljahr beschlossen, die Kinder, denen der Übertritt ins Gymnasium gelungen ist, nicht weiter zu betreuen. Wir verstehen uns nicht als Nachhilfeinstitut, sondern versuchen durch unsere Unterstützung die mangelnden Sprachkenntnisse unserer Kinder und deren Eltern auszugleichen. Die Kinder, die aufgrund ihrer guten Leistungen das Gymnasium besuchen dürfen, bringen sehr viel Potential mit und wir sind sehr zuversichtlich, dass sie mit Fleiß und Aufmerksamkeit im Unterricht auf jeden Fall erfolgreich sein werden. Inzwischen bietet auch das Gymnasium Unterstützung bei den Hausaufgaben an, so dass die SchülerInnen nicht allein gelassen sind. Ein Grund für diese Entscheidung war auch, dass viele unserer MitarbeiterInnen mit dem Lernstoff des Gymnasiums überfordert sind. Kindern, die nach der Grundschule in die Realschule wechseln, bieten wir noch eine Förderung in der 5. und 6. Klasse an, danach müssen sie eigenverantwortlich lernen, was in der Regel kein Problem ist.


Deutschförderkurse schon im Kindergarten

Neben der Arbeit mit den Schülern bot unsere Mitarbeiterin Christine Fackler in zwei Gilchinger Kindergärten an jeweils einem Vormittag Deutschförderkurse an. Auf kindgerechte spielerische Weise führte sie in Kleingruppen insgesamt 21 Kinder an die deutsche Sprache heran. Aus personaltechnischen Gründen haben wir jedoch gegen Ende des Schuljahres entschieden, die vorschulische Sprachförderung zugunsten unserer neuen vierten Betreuungsgruppe aufzugeben, aber dazu später mehr.


Die im Schuljahr 2016/2017 eingeführte Anwesenheitspflicht für unsere Kinder hat sich auch im Folgejahr bewährt. Die Umsetzung im Alltag klappt, bis auf wenige Ausnahmen, sehr gut, das heißt die Eltern entschuldigen ihre Kinder, wenn sie verhindert sind. In der Regel kommen die Kinder verlässlich jeden Tag, was für uns natürlich bedeutet, dass wir mitarbeitermäßig gut aufgestellt sein müssen.


Während des Schuljahrs engagierten sich etwa 45 Ehrenamtliche bei uns, leider verließen uns einige MitarbeiterInnen krankheitsbedingt oder aus beruflichen Gründen und wir waren froh, dass insgesamt acht Ehrenamtliche im Laufe des Schuljahres neu dazu kamen.


Unsere vierte Gruppe startete erfolgreich im Oktober

Aufgrund der großen Nachfrage nach Betreuungsplätzen starteten wir im Oktober 2017 mit einer vierten Gruppe und freuten uns, dass wir Maja Kilian-Siemers als Gruppenleiterin gewinnen konnten. Wir begannen mit vier Kindern und täglich zwei Betreuungskräften und konnten die Gruppe nach Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher allmählich aufstocken. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Frau Barta, die Schulleitung der Mittelschule, und ihr Kollegium, die es auch diesmal wieder möglich machten, dass wir ein Klassenzimmer für die neue Gruppe zur Verfügung gestellt bekamen.

Im August 2017 hatten wir bei der Gemeinde Gilching für 2018 die Übernahme der Personalkosten für die neue Gruppenleitung beantragt. Nachdem bereits im Schuljahr 2016/2017 die Verantwortlichen der Hausaufgabenbetreuungsgruppe des Helferkreises Asyl mit der Bitte auf uns zugekommen waren, ihre Gruppe unter das Dach der Integrationshilfe zu nehmen, beantragten wir bei der Gemeinde zusätzlich die Übernahme der Kosten für die Halbtagsstelle einer Sozialpädagogin. Sie sollte die Leitung der bisherigen Hausaufgabenbetreuungsgruppe des Helferkreises Asyl übernehmen und darüber hinaus mich bei dem nun deutlich höheren gruppenübergreifenden Arbeitsaufwand unterstützen. Fast alle Kinder, die bisher durch Ehrenamtliche des Helferkreises betreut worden waren, hatten inzwischen Anerkennung und Bleiberecht. Nun hieß es abwarten, frühestens im März konnten wir mit einer Antwort auf unseren Antrag rechnen.

Mitgliederversammlung im Oktober


Bei unserer Mitgliederversammlung im Oktober wurde Dieter Ebbinghaus erneut in seiner Funktion als 1. Vorsitzender der Integrationshilfe bestätigt, teilte aber im Hinblick auf sein Alter mit, dass dies seine letzte Amtsperiode sein werde. In mindestens zweimonatlichen Sitzungen begleiteten der Vorstand und der Geschäftsführer Winfried Scheller die finanzielle und strukturelle Entwicklung des Vereins. Wenn es um personelle und finanzielle Entscheidungen ging, wurde der Ausschuss zu einer Sitzung einberufen.


Traditionell beendeten wir das Jahr mit unserer Mitarbeiter-Adventsfeier. Höhepunkt dieses gemütlichen entspannten Nachmittags war ohne Zweifel der Besuch des Nikolauses und seines Engerls.




In gereimter Form wurde jede Gruppe bedacht und alle bekamen einen hübschen Stern und einen ganz besonderen Nikolausapfel geschenkt …


Für unseren Verein gab es bei der Adventsfeier noch ein besonderes Geschenk: eine unserer neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, eine Grafikdesignerin, bot an, uns mit der Gestaltung eines neuen Flyers zu unterstützen. Einige Zeit später konnten wir das Resultat freudig präsentieren – vielen Dank an Andrea Osterhage!

Mit Beginn des neuen Schuljahres kamen wieder einige KonfirmandInnen, um bei uns ihr Gemeindepraktikum zu absolvieren. Sie halfen jeweils an zwei Nachmittagen mit und unsere Kinder genossen es sehr, auch einmal von jungen Leuten umgeben zu sein.

Im Februar fanden in jeder Gruppe Mitarbeiter-Treffen statt, bei denen gruppenspezifische Fragen besprochen und Informationen ausgetauscht wurden. Zu unseren gruppenübergreifenden Mitarbeiter-Besprechungen trafen wir uns im vergangenen Schuljahr insgesamt fünfmal. Als besonderen Höhepunkt hatten wir die Psychologin Frau Monika Koch eingeladen, die zum Thema „Wie können wir lernschwache Kinder gut fördern?“ referierte und uns aufgrund ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung viele interessante Impulse geben konnte und auch konkretes Lernmaterial vorstellte.


Maja Kilian-Siemers, die im Oktober die Leitung unserer neuen Gruppen übernommen hatte, kündigte leider ganz überraschend zum 1. Mai. Sie hatte das Angebot einer Halbtagsstelle bekommen und entschied sich schweren Herzen für einen Wechsel. Sowohl ihr als auch uns fiel der Abschied sehr schwer. Wie sollte es nun weitergehen? Christine Fackler, die bisher für unsere vorschulische Sprachförderung im Kindergarten verantwortlich war, schlug vor, die Leitung von Gruppe 4 zu übernehmen. So entschlossen wir uns nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, unsere Arbeit im Kindergarten zugunsten des Weiterbestehens unserer neuen Hausaufgaben- und Lerngruppe aufzugeben.


Freude über die Unterstützung durch die Gemeinde Gilching

Nachdem wir auf mündlichem Wege schon mehrfache Hinweise bekommen hatten, dass die Gemeinde Gilching unseren Antrag auf finanzielle Unterstützung positiv bescheiden würde, bekamen wir im Mai endlich auch die verbindliche schriftliche Zusage. Ein großes Dankeschön an den Gemeinderat, nicht nur für die bewilligten Finanzmittel, sondern auch für die Wertschätzung unserer Arbeit, die dadurch zum Ausdruck kommt. Nun sollte einer Übernahme der Betreuungsgruppe des Helferkreises Asyl nichts mehr im Wege stehen – dachten wir. Aber so einfach war es nicht. Die ab dem Jahr 2018 wirksame neue Förderrichtlinie der Bayerischen Staatsregierung führte u. a. zu einer nicht unerheblichen Kürzung der förderfähigen Personalkosten. Dank einer weiteren großzügigen Unterstützung durch die Gemeinde Gilching konnte auch dieses unerwartete Problem aus der Welt geschafft werden, so dass der Einrichtung einer weiteren Betreuungsgruppe ab dem Schuljahr 2018/19 aus finanzieller Sicht nichts mehr im Wege stand. Nun fehlte uns nur noch eine sozialpädagogische Fachkraft. Und auch sie kam - eine mehr oder weniger zufällige Begegnung am Ende des Schuljahres endete in der Zusage von Anke Fuhrmann. Sie hat mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 als Sozialpädagogin halbtags bei uns begonnen.


Wie im persönlichen Leben erfahren wir auch in unserer Arbeit nicht nur schöne, sondern auch leidvolle Dinge. So mussten wir im Juni von einer lieben Mitarbeiterin, die seit einem Jahr bei mir in Gruppe 1 mitgearbeitet hatte, Abschied nehmen. Für mich war das besonders schmerzlich, da Ute Heimerl auch eine langjährige gute Freundin von mir war. Sie war nach langer Zeit des Kampfes ihrem Krebsleiden erlegen. Auch für mich überraschend, hatte sie anlässlich ihrer Beerdigung um finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit gebeten – wir bedanken uns ganz herzlich für alle eingegangenen Spenden und werden sie im Sinne von Ute für die Arbeit mit unseren Kindern und Jugendlichen verwenden.


Zeitnah erfuhren wir, dass Erika Baum, eine ehemalige ehrenamtliche Mitarbeiterin, ebenfalls gestorben war. Sie hatte sich seit 1993 in der Arbeit mit unseren Kindern engagiert und musste aus gesundheitlichen Gründen 2005 aufhören. Auch ihrer gedenken wir und danken noch einmal für all die Zeit und Kraft, die sie für die Kinder eingebracht hat.


Auch im vergangenen Schuljahr war uns die Vernetzung mit anderen Einrichtungen sehr wichtig, wir arbeiteten eng mit den Schulen zusammen und nahmen an den Treffen des Gilchinger Sozialforums und des AK Jugend teil. Bei Bedarf nehmen wir Kontakt mit Jugendamt und den Schulsozialarbeiterinnen auf und sind eine Einsatzstelle des Vereins Brücke e.V. für Jugendliche, die Sozialstunden ableisten müssen.


Mit dem traditionellen Abschlusskaffe aller MitarbeiterInnen und dem Jahresausflug für unsere Kinder endete unser Schuljahr. Wegen des wolkenverhangenen Himmels wagten wir den geplanten Ausflug zum Germeringer See nicht, stattdessen verbrachten wir einen fröhlichen Nachmittag mit Singen, Spielen und Eis auf dem Gelände der Schule.


Ich möchte mit einem Blick in die Zukunft enden: 2019 wird die Integrationshilfe 30 Jahre alt! Dieses besondere Jubiläum möchten wir natürlich gebührend feiern und zwar am Samstag, den 6. Juli 2019. Bitte notieren Sie sich schon jetzt den Termin. Einladungen folgen zu gegebener Zeit.


Am Schluss möchte ich all denen ganz herzlich danken, die auf vielfältige Weise dazu beitragen, dass wir durch unsere Hausaufgaben- und Lernförderung eine wichtige Integrationsarbeit in Gilching leisten können:


  • unseren haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
  • der Gemeinde Gilching
  • dem Bayerischen Innenministerium
  • der Rektorin der Mittelschule, Frau Barta, und ihrem Kollegium
  • der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde
  • allen Fördermitgliedern
  • allen SpenderInnen


Elke Dietrich



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